Startseite

SEITEN-HINWEIS

Ein Buch-Blog

Herzlich Willkommen auf meinem Buch-Blog. Ich habe mich entschieden, hier ausschließlich Werke von Autorinnen vorzustellen, um Schriftstellerinnen zu unterstützen und die weibliche Perspektive, vorhandene Diversität und interessante Frauenfiguren besser sichtbar zu machen. Wie schön, dass ihre Bücher so unterschiedlich und vielseitig sind wie die Frauen, die sie schreiben!

Daher hoffe ich, dass es Dir niemals langweilig wird, zeitgenössische oder andere, womöglich ein wenig in Vergessenheit geratene, Schriftstellerinnen gemeinsam mit mir zu entdecken.

„Strände. Warum sie mich kaltlassen“ von Wanda Coleman

Wanda Coleman (1946-2013) war eine beeindruckende Dichterin, Essayistin und Romanautorin, die als erste afroamerikanische Frau 1999 den Lenore Marshall Poetry Prize der American Academy of Poets erhielt.  In diesem Buch, das erst kürzlich erschien, sind 120 ihrer Gedichte, Essays und „Briefe an eine große Schwester“ in der Übersetzung von Esther Ghionda-Breger versammelt, die eindringlicher und„„Strände. Warum sie mich kaltlassen“ von Wanda Coleman“ weiterlesen

„Sommer“ von Ali Smith

Ali Smith, meine geliebte Sprachkünstlerin, hat ihre Tetralogie beendet und mich in faszinierenden Salti und Volten in ihre komplexe Geschichte „Sommer“ entführt.  Es ist ein verwirrendes, manchmal sogar wirres Buch. Und damit Spiegel der Zeit. Ein Buch, in dem einer Lehrerin ein Ziegelstein über den Kopf geschlagen wird, weil sie das ins Englische eingegangene deutsche„„Sommer“ von Ali Smith“ weiterlesen

„Die Hochzeit“ von Dorothy West

Unterhaltsam und nicht ohne Ironie für den Rassismus sowohl der Weißen als auch der schwarzen Community beschreibt Dorothy West (1907-1998),Mitbegründerin der Harlem Renaissance, den Tag der Hochzeit von Shelby Cole. Diese ist mit einem weißen brotlosen Musiker verlobt, anstatt einen erfolgreichen schwarzen Arzt zu ehelichen und enttäuscht damit beide Seiten ihrer sehr heterogenen Familie, ihre„„Die Hochzeit“ von Dorothy West“ weiterlesen

„Mr. Fortunes letztes Paradies“ von Sylvia Townsend Warner

Eine gelungene Satire voller Exzentrik in pointiertem und dennoch bildreichem Stil aus der Feder von Sylvia Townsend Wagner (1893- 1978), der Autorin von „Lolly Willows“: Ausgerüstet mit den Insignien britischer Lebensart, insbesondere einer Silbernen Teekanne und dem dazugehörigen Silberputzmittel, begibt sich ein alternder Missionar vor dem ersten Weltkrieg auf die Insel Fanua in Polynesien.  „Wie„„Mr. Fortunes letztes Paradies“ von Sylvia Townsend Warner“ weiterlesen

„Was wir scheinen“ von Hildegard E. Keller

Mit diesem beeindruckenden Roman lässt uns die Autorin hinter die Maske von Hannah Arendt schauen, einer Frau, die viel und absichtlich missverstanden wurde. Diese durch ihren Intellekt unnahbar scheinende Denkerin, die ich  Ketterauchend und harsch aus einer Filmbiografie mit Barbara Sukowa kannte und als Autorin durch ihr Buch über Rahel Varnhagen, sie wird in diesem„„Was wir scheinen“ von Hildegard E. Keller“ weiterlesen

„Die Frauen“ von Evie Wyld

Alles beginnt mit einer toten Frau und doch ist dies kein Krimi. Weitere tote Frauen säumen den Weg, den diese Geschichte nimmt. Und die Namenlosigkeit dieser Opfer irritiert nicht nur die Leser*innen, sie geistern durch die Leben und Häuser der Protagonistinnen dieser Erzählung, verwirren diese ebenfalls, teilweise bis hin zur Psychose. Es ist ein starkes„„Die Frauen“ von Evie Wyld“ weiterlesen

„Wo niemand uns sehen kann“ von Bryn Chancellor

Dieses Buch hat mich sehr positiv überrascht, obgleich ich schon bei der Leseprobe begriff, dass diese Autorin mit liegt. Ich mag ihren Stil, die verschränkte, vielstimmige Erzählweise und die unmerkliche Art, wie sie ihre Figuren zu guten Bekannten der Leser*innen macht. „Jess schaute nach oben, und plötzlich war die Stille wie weggefegt. Der pechschwarze Himmel„„Wo niemand uns sehen kann“ von Bryn Chancellor“ weiterlesen

„Vom Ende eines Sommers“ von Melissa Harrison

Ein Buch, welches poetisch das harte Farmleben, das Ackern, Sähen, Mähen und Dreschen mit Pferdeflug, das Garbenbinden, das Feldausjäten, das Waschen von Hand beschreibt. Eine Geschichte, die einen schwülen Sommer heraufbeschwört, in dem sich für die junge Protagonistin alles verändert. Doch die trägen Tage, das gleichförmige arbeitsame Tagwerk wirken trotz der schönen Sprache langatmig, die„„Vom Ende eines Sommers“ von Melissa Harrison“ weiterlesen

„Die einzige Strasse“ von Astrid Rosenfeld

Ich liebe Astrid Rosenfelds Stil, seit ihr Trennungs-Roman „12 Mal Juli“ letztes Jahr eines meiner Highlights war. Dort hat sie es bereits geschafft, die Melancholie der Trennung im Einzelnen mit dem Aufspüren von Verbundenheit im Anderen zu lindern. In diesem ebenfalls sehr melancholischen Buch lernt man die Bewohner eines kleinen Bungalow-Parks kennen, die alle mehr„„Die einzige Strasse“ von Astrid Rosenfeld“ weiterlesen

„Dein ist das Reich“ von Katharina Döbler

Dieses Buch ist UNERTRÄGLICH und gerade deshalb so lesenswert! Die Namenlose Erzählerin führt in der Rahmenhandlung dieser Familiengeschichte Gespräche mit ihren Großmüttern, die in der deutschen Mission in Neuguinea im ersten Drittel des zwanzigsten Jahrhunderts als Missionsbräute lebten. Es wird die Begutachtung und Verschiffung der Frauen wie Vieh im Namen des Herrn beschrieben und der„„Dein ist das Reich“ von Katharina Döbler“ weiterlesen

„Der Tod des Vivek Oji“ von Akwaeke Emezi

„Ich bin nicht, wofür mich alle halten. Das war ich nie (…) Aber wenn dich niemand sieht, bist du überhaupt noch da?“ Nigeria in den Neunziger Jahren. Nicht gerade ein liberales Pflaster. Die Menschen sind noch geprägt von Bürgerkriegserfahrungen, die Mittelschicht überwiegend christlich erzogen, die Kinder bereiten sich auf ein Studium im Ausland vor, sie„„Der Tod des Vivek Oji“ von Akwaeke Emezi“ weiterlesen

„Bei den Wölfen“ von Sarah Hall

Ein erstaunliches Buch, kraftvoll und bewegt, obgleich viel beobachtet wird und nur langsame Entwicklungen beschrieben werden. Es erzählt die Geschichte von Rachel, die als Wolfsspezialistin ein Rudel Wölfe in einem Bereich des Lake District auf dem Grundbesitz eines reichen exzentrischen Lords ansiedeln soll. Sie hat eine schwierige Beziehung zu ihrer Mutter und ihrem Bruder und„„Bei den Wölfen“ von Sarah Hall“ weiterlesen

„Female Choice – Vom Anfang und Ende der männlichen Zivilisation“ von Meike Stoverock

Dieses sehr empfehlenswerte populäre Sachbuch ist eine unterhaltsame Einführung in die Reproduktionsbiologie und in die Folgen für die menschliche, insbesondere unsere androzentrische Gesellschaft. Auf den ersten Hundert Seiten wird zunächst einmal das Sexualverhalten im Tierreich anhand zahlreicher unterhaltsamer Beispiele erläutert, die Tatsache, dass Female Choice auf einem geringen Angebot an Eizellen und einem Überangebot an„„Female Choice – Vom Anfang und Ende der männlichen Zivilisation“ von Meike Stoverock“ weiterlesen

„Die gefallene Stadt“ von Olivia Manning

Während des zweiten Weltkriegs leben 1940 Guy und Harriet Pringle in Bukarest und scheinen wie hypnotisierte Kaninchen dem zunehmenden Chaos und der Bedrohung der Stadt zuzusehen. Guy gibt Englisch-Kurse, die mit verzweifelt auf Visa wartenden Juden überfüllt sind, die sich in englischsprachige Länder flüchten wollen. Harriet schwankt zwischen abwartender Distanz der braven Ehefrau und dem„„Die gefallene Stadt“ von Olivia Manning“ weiterlesen

„Such a fun age“ von Kiley Reid

Ein Unterhaltungsroman, der sich um Klassismus und Rassismus dreht, klang in meinen Ohren etwas schräg und anfangs war ich ziemlich unentschieden, ob das eine gute Idee ist. Emira, die schwarze Babysitterin der Weißen Bloggerin und Buchautorin Alix, die von New York nach Philadelphia gezogen ist, wird in einen rassistischen Vorfall verwickelt, als sie in einem„„Such a fun age“ von Kiley Reid“ weiterlesen

„Always Happy Hour“ von Mary Miller

„Ich treibe auf einer billigen Luftmatratze, pink und schon etwas schlaff…“ So beginnt eine dieser beeindruckenden Kurzgeschichten, die von jungen Frauen sehr unterschiedlicher Art handeln, die alle auf ihre Art mit dem Leben und der Liebe ringen. Sie sind dysfunktional oder überängstlich, leben in emotionaler Abhängigkeit oder gehen völlig unbewegt oder in fortgeschrittener Einsamkeit durchs„„Always Happy Hour“ von Mary Miller“ weiterlesen

„Die Unbezwingbare“ von Katja Kettu

Lempi, eine Frau Mitte Fünfzig und ihrer Familie entfremdet, kommt nach Jahrzehnten zurück ins Ojibwe-Reservat, in dem sie als Kind einer nordamerikanischen Ureinwohnerin und eines Finnen aufgewachsen und aus dem sie später, als „Findianer“ beschimpft und gemobbt, geflohen war.  „Für mich bedeutete das ungefähr dasselbe wie dass die Verbindung zu der Welt ringsum endete, in„„Die Unbezwingbare“ von Katja Kettu“ weiterlesen

„Schwester“ von Mareike Krügel

Iulia ist eine unzufriedene, unsichere, eher unsympathische Protagonistin, die inneren Halt bei Zahlen und Zynismus sucht, einem geregelten Bankjob nachgeht und sich über die Gläubigen der Kirche ihres Mannes, der Pfarrer ist, lustig macht. Sie bezeichnet sie als „Schäfchen“, distanziert sich von der Gemeindearbeit und gibt sich redlich Mühe, eine verständnisvolle Mutter für ihren Sohn„„Schwester“ von Mareike Krügel“ weiterlesen

„Hibiskus – Einfach köstlich nigerianisch kochen“ von Lopè Ariyo

Heute wage ich eine Kochbuchrezension, denn ich habe dieses wunderschöne Buch „Hibiskus- Einfach köstlich nigerianisch kochen“ ausprobiert!Es stammt von der nigerianisch-stämmigen Londoner Autorin Lopè Ariyo und ist darauf ausgerichtet, dass man auch in Europa die nirgerianischen Gerichte nachkochen kann.Es macht soviel Spaß, wenn man in afrikanischen oder asiatischen Lebensmittelläden nach den Zutaten stöbert und sich„„Hibiskus – Einfach köstlich nigerianisch kochen“ von Lopè Ariyo“ weiterlesen

„Weiter Himmel“ von Kate Atkinson

Kate Atkinson schreibt geniale Thriller, die meist parallele Erzählstränge und zahlreiche Rückblenden enthalten und nur nach und nach die Zusammenhänge preisgeben. Dabei ist sie niemals auf schreiende Effekte aus. Das Grauen kommt meist leise daher, oder erbarmungslos lakonisch. Sie hat bereits 2004 mit der Thriller-Serie rund um den Privatermittler Jackson Brodie begonnen und jetzt endlich„„Weiter Himmel“ von Kate Atkinson“ weiterlesen

„Klasse und Kampf“ Maria Barankow und Christian Baron Hrsg.

Es scheint auf der Hand zu liegen, dass das Schriftstellerdasein mit Talent zu tun hat und mit Kreativität. Aber viel hat auch mit einem eisernen Willen zu tun, und dem Mut, sich in den Kampf zu stürzen, denn nicht jeder Autor*in wurden Geschichten vorgelesen, Bücher neben das Bett gelegt, Zeitungslektüre ermöglicht. Hier sind Texte, die„„Klasse und Kampf“ Maria Barankow und Christian Baron Hrsg.“ weiterlesen

„Abendflüge“ von Helen Macdonald

Welch wundervolles Buch! Helen McDonald schreibt so bunt, überschäumend und sprachmächtig, zart und zärtlich, dabei unglaublich kenntnisreich und vielschichtig über die Natur, die Welt, das Leben, dass man es wie einen Schatz in den Händen hält und andächtig von Geschichte zu Geschichte schreitet. Man hört das „durchsickernde Säuseln einer kleinen Brise über uns und ein„„Abendflüge“ von Helen Macdonald“ weiterlesen

„Wetter“ von Jenny Offill

So ein originelles Buch habe ich schon länger nicht gelesen! Formal durchaus anspruchsvoll fordert es besonders zu Beginn einiges an Konzentration. Splitterhaft setzt sich die Geschichte erst nach und nach zusammen, als sei sie auseinander gefallen und die Autorin sammele die Scherben ein.  „Ich war schon immer besessen von verschollenen Büchern, von all denen, die„„Wetter“ von Jenny Offill“ weiterlesen

„Konstellationen“ von Sinéad Gleeson

Wenn es um den Körper geht und seine Vermessung im faustischen Sinne von „Ach neige, Oh Schmerzensreiche“… dann macht wohl niemand Sinéad Gleeson etwas vor. Als Kind ist sie bereits mit 13 Jahren an Monoartikulärer Arthritis der Hüfte erkrankt, die schmerzhaft ist und durch wochenlange Ruhigstellung behandelt wird und ihr Krücken, den Rollstuhl und noch„„Konstellationen“ von Sinéad Gleeson“ weiterlesen

„Die jüngste Tochter“ von Fatima Daas

Meine absolute Favoritin für den internationalen Literaturpreis des Hauses der Kulturen der Welt 2021: „Er sagt: Du bist nicht meine Tochter. Zu meiner Beruhigung verstehe ich, dass ich sein Sohn bin.“ Fatima ist die jüngste Tochter nach Paris ausgewanderter Algerier. Sie heißt nach Mohameds jüngster Tochter. Sie heißt wie eine kleine entwöhnte Kamelstute. Sie ist„„Die jüngste Tochter“ von Fatima Daas“ weiterlesen

„Country Place“ von Ann Petry

Dieses Buch der schwarzen Autorin Ann Petry von 1947 spielt in einer weißen Kleinstadt. Ich-Erzähler ist der Apotheker, aber es kommen multiperspektivisch auch Wiesel, der Taxifahrer, Johnnie, der junge Kriegsheimkehrer und seine Frau Glory sowie deren Mutter Lillian zu Wort und zahlreiche andere Bewohner des Städtchens.  Wer nicht zu Wort kommt, ÜBER wen sie reden,„„Country Place“ von Ann Petry“ weiterlesen

„Im gleißenden Licht der Sonne“ von Clare Clark

Ein Kunst-Roman im Berlin der Zwanziger Jahre!  Erzählt wird er aus drei verschiedenen Perspektiven: Julius Köhler-Schultz ist ein beinahe sechzigjähriger konservativer Kunstkritiker, der ziemlich von sich eingenommen erscheint. Seine Frau ist halb so alt wie er und verlässt ihn in einem dramatischen Kapitel gleich zu Anfang des Buches. Sie nimmt nicht nur ihren gemeinsamen Sohn„„Im gleißenden Licht der Sonne“ von Clare Clark“ weiterlesen

„Unter Deck“ von Sophie Hardcastle

Triggerwarnung: sexualisierte Gewalt! Wie kann ein Buch, in dem eine Vergewaltigung vorkommt, schön sein? Dies ist Sophie Hardcastle tatsächlich gelungen, denn ihre poetische Sprache ist wie ein warmer Mantel, in den man sich hüllen, sich darin verstecken kann, wenn die beschriebene Situation einen womöglich überfordert. Sie bietet schöne Sätze an wie eine hilfreiche Hand, die„„Unter Deck“ von Sophie Hardcastle“ weiterlesen

„Die Skrupellosen“ von Sadie Jones

Sadie Jones ist eine wirklich begabte Erzählerin. Wie sie in diesem Psychothriller die Richtung vorgibt, unterschwellig, konsequent und unnachgiebig, ist beeindruckend und beängstigend. Sie benennt die Dinge nicht, sie zeigt sie in den Aktionen und Reaktionen der Menschen und darin liegen eine seltsame Unausweichlichkeit und Spannung. Bea und Dan sind verheiratet und leben von ihrem„„Die Skrupellosen“ von Sadie Jones“ weiterlesen

„Wenn die Zeit stehen bleibt“ von Jacqueline Woodson

Jacqueline Woodson (*1963) hat diesen Roman bereits 1998 geschrieben. Es ist ein Liebesroman doch er beginnt mit der Einsamkeit der Teenagerzeit und der Entfremdung von den Eltern. Eines Tages aber poppen plötzlich Glücksgefühle und die Verunsicherung der ersten Liebe auf, die verstärkt wird durch die Differenz der Hautfarbe. Denn Jeremiah ist schwarz und Ellie ist„„Wenn die Zeit stehen bleibt“ von Jacqueline Woodson“ weiterlesen

„Warten auf Eliza“ von Leaf Arbuthnot

Gelungene Zutaten: eine queere Hauptfigur und eine einsame Witwe zwischen den Türmen von Oxford. Sie leben in gegenüberliegenden Wohnungen in der Swinburne Road und versuchen, der Einsamkeit zu entkommen. Diese hat sich aus unterschiedlichen Gründen in ihre Leben geschlichen, wie ein heimtückische Krankheit, und raubt ihnen Energie und Lebensfreude. Die Studentin Eliza trauert einer Ex-Freundin„„Warten auf Eliza“ von Leaf Arbuthnot“ weiterlesen

„ Es muss schreien, es muss brennen“ von Leslie Jamison

Die Essays, die in diesem Buch versammelt sind, sind originell, informativ und gleichzeitig unterhaltend und selbstreflexiv und damit eine wirklich ideale Mischung. Sie sind in drei Abschnitte gegliedert die „Sehnen“, „Schauen“, „Bleiben“ betitelt sind. Leslie Jamison erweist sich darin als Journalistin, die den Geschichten nicht nur auf den Grund geht, sondern einen Sinn zu geben„„ Es muss schreien, es muss brennen“ von Leslie Jamison“ weiterlesen

„ Dinge, die das Herz höher schlagen lassen“ von Mia Kankimäki

Leider eine Enttäuschung: Als sie achtunddreißig ist und einen Burnout hat, weil sie ständig Werbeslogans für Bücher erfinden muss, geht die Autorin Mia mit einem Sachbuchstipendium nach Japan, um mehr über die Hofdame Sei Shonagon herauszufinden, deren „Kopfkissenbuch“ sie in einen unwiderstehlichen Strudel aus Verwunderung und Vertrautheit gezogen hat. Doch die Vorstellungen von Mia beruhen„„ Dinge, die das Herz höher schlagen lassen“ von Mia Kankimäki“ weiterlesen

„Sister Outsider“ von Audre Lorde

„Wenn wir uns trotz aller Unterschiedlichkeiten auf Augenhöhe begegnen, widerlegen wir die Mythen, die sich seit jeher um Verschiedenheit ranken. Diese Mythen spalten uns, und wir sollten uns fragen: wer profitiert davon?“ Andre Lordes Worte sind noch immer aktuell und Richtungsweisend, auch und vor allem in der aktuellen Identitätsdebatte. In einem ihrer Essays spricht sie„„Sister Outsider“ von Audre Lorde“ weiterlesen

„Wir Gotteskinder“ von Nana Oforiatta Ayim

Dies könnte ein Märchen mit einer Prinzessin und dem König eines wundersamen, verschollenen Reiches sein. Doch was nach Fantasy klingt, ist die bittere Realität kolonialer Aneignung aus einer ganz neuen, frischen Perspektive erzählt: Maya wächst in Deutschland auf, ihre Eltern Stipendiaten aus Ghana, die kamen und blieben, nachdem das Königreich ihres Großvaters mütterlicherseits in Afrika„„Wir Gotteskinder“ von Nana Oforiatta Ayim“ weiterlesen

„Die kleine Bücherei in der Church Lane“ von Rachael Lucas

Die Titelgebende Bücherei kommt zwar nur am Rande vor, dennoch ist das Buch der auf dem Cover versprochene Feel-Good-Roman: Die dreiunddreißigjährige Lucy benötigt eine Auszeit und mietet für ein paar Monate ein günstiges Cottage, bei dem sie eine ältere Nachbarin mitbetreuen soll. Das Häuschen liegt in der Nähe von Bletchley-Park, wo Lucy, ihres Zeichens Geschichtslehrerin,„„Die kleine Bücherei in der Church Lane“ von Rachael Lucas“ weiterlesen

„Die Beichte einer Nacht“ von Marianne Philips

Nach sieben Monaten des Schweigens berichtet Heleen, Insassin einer Nervenheilanstalt, der Nachtschwester von ihrem Leben.In einer wie atemlos erscheinenden Beichte hetzt sie ohne Kapiteleinteilungen auf den Wegen, die ihr Leben nahm. Dabei betont sie immer wieder, dass es ihre eigenen Entscheidungen waren, die sie traf. Sie stammt aus armen Verhältnissen, hatte neun Geschwister und musste„„Die Beichte einer Nacht“ von Marianne Philips“ weiterlesen

„Das Wanderkind“ von Aude

Dieses Buch ist ein emotionaler Parforceritt, eine Achterbahnfahrt der Gefühle und obwohl es letztendlich versöhnlich endet und in poetischer Klarheit geschrieben ist, muss ich eine Triggerwarnung aussprechen. Es geht um Trauer und Verlust und um das Loslassen geliebter Menschen. In diesem etwas anderen, beinahe märchenhaften Roman sind Themen wie Totgeburt, Fehlgeburt ebenso präsent wie jugendliche„„Das Wanderkind“ von Aude“ weiterlesen

„Die Fremde“ von Claudia Durastanti

In äußerst poetischem Stil schreibt Claudia Durastanti diese außergewöhnliche autobiografische Familiengeschichte, in der die Taubheit beider Eltern sich nachdrücklich auf ihren eigenen Umgang mit Worten, ihre Entwicklung als Sprechende und Schreibende auswirkte. „Anfangs lebte sie also noch nicht in einer Überdruckkammer der Stille, ihre Hörschnecke war unregelmäßig gebrochen, so kamen und gingen die Geräusche, und„„Die Fremde“ von Claudia Durastanti“ weiterlesen

„Wunderland“ von Claire Messud

Dieses Buch ist komplizierte Liebesgeschichte und Psychothriller in einem und ich konnte mich kaum davon trennen: Die Lehrerin und Hobby-Künstlerin Nora Eldridge führt ein unspektakulären Leben, bis der kleine Reza in ihre Klasse und damit seine Familie in ihr Leben tritt. Seine Mutter Sirena ist eine bekannte italienischstämmische  Künstlerin und sein Vater ein Geschichtsprofessor mit„„Wunderland“ von Claire Messud“ weiterlesen

„Englische Liebschaften“ von Nancy Mitford

Eine Realsatire auf die britische Upperclass – das ist dieser wunderbar unterhaltsame Roman von Nancy Mitford (1904-1973), die in diesem Buch ihrem herrischen Vater als Lord Radlett ein Denkmal setzt. „Dieser gewalttätige, unbeherrschte Mann kannte keinen mittleren Kurs, genausowenig wie seine Kinder, entweder er liebte oder er hasste, und das muss man sagen: meistens hasste„„Englische Liebschaften“ von Nancy Mitford“ weiterlesen

„Sie spielte wie im Rausch – Die Schauspielerin Maria Orska“ von Ursula Overhage

Die Orska, wie sie gleich nach ihrem Durchbruch als Lulu 1916 genannte wurde, hieß eigentlich Rahel Blindermann und wurde in der Ukraine geboren. Sie war stolz auf ihren ostischen Akzent und verdrehte den Kulturliebhabern, Theaterkritikern und sämtlichen Männern den Kopf. Ihr Wikipedia-Artikel ist mickrig, daher ist es ein umso größerer Verdienst der Autorin und des„„Sie spielte wie im Rausch – Die Schauspielerin Maria Orska“ von Ursula Overhage“ weiterlesen

„Leute wie wir“ von Diana Evans

Diana Evans, die 2006 den Orange Prize für Fiction gewann, hat mit „Leute wie wir“ einen beeindruckenden Roman über die schwarze und multiethnische britische Mittelschicht vorgelegt, die in der Literatur bisher deutlich unterrepräsentiert ist. Er behandelt das ganz normale Leben befreundeter Ehepaare mit Kindern, und wie sie durch Beziehung und Familiengründung sowie Hauskäufe in feste„„Leute wie wir“ von Diana Evans“ weiterlesen

„Für ihr Land“ von Helmi Schausberger

Frauenpower im irischen Freiheitskampf! Blutig, spannend und verwirrend, genauso wie der irische Freiheitskampf war, beginnt das Buch von Helmi Schausberger. Es gelingt der Autorin trotz der teilweise etwas holprigen Sprache gut, Empathie für ihre beiden Heldinnen, die Nationalistin Eileen und die Unionistin Josie zu wecken. Obwohl sie auf unterschiedlichen Seiten stehen, geraten sie gemeinsam in„„Für ihr Land“ von Helmi Schausberger“ weiterlesen

„Unrast“ von Olga Tokarczuk

Ich bin fröhlich hineingesprungen in dieses Buch und habe mich staunend und ergriffen durch seine wunderbaren Seiten treiben lassen. Gerade in Zeiten von Corona war das ein außerordentliches Lese- und Reisevergnügen. Denn das Leben ist Bewegung, kein Stillstand, des Menschen Wesen die Entwicklung. Ausgehend vom Kindlichen Begreifen des eigenen Ich im Alter von fünf Jahren„„Unrast“ von Olga Tokarczuk“ weiterlesen

„Afrikas Kampf um seine Kunst“ von Bénédicte Savoy

Ein unglaublich interessantes, genau recherchiertes Buch mit einer ausführlichen Bibliografie am Ende, das die Bemühungen zur Rückgabe Afrikanischer Raubkunst und die erfolglosen Restitutionsverhandlungen bis 1984 behandelt. Nachdem 18 afrikanische Staaten 1960 ihre Unabhängigkeit erreicht hatten, wurde bereits 1965 in einem französischen Artikel des aus Benin stammenden Journalisten und Herausgeber Paulin Joachim die Rückgabe der Afrikanischen„„Afrikas Kampf um seine Kunst“ von Bénédicte Savoy“ weiterlesen

„Alles glänzt“ von Jacqueline Woodson

Jacqueline Woodson (*1963) ist eine amerikanische Autorin und für mich eine wirkliche Entdeckung! In ihren Werken behandelt sie vor allem die Themen Rassismus und Identität. Sie hat 2014 den National Book Award gewonnen und die Hans-Christian-Andersen Medaille 2020 sowie weitere Preise. Manche vergleichen Sie mit Ihrem Vorbild Toni Morisson und auch mich hat ihr besonderer„„Alles glänzt“ von Jacqueline Woodson“ weiterlesen

„Hin und Zurück“ von Tessa Hadley

Dieser Roman, der bereits vor zehn Jahren in England und hier gerade erst auf deutsch erschien, beschreibt aus zwei verschiedenen Perspektiven das Leben als wechselvolles Spiel, als Abfolge verschiedener Phasen. Als Hin und Her zwischen unterschiedlichsten Gefühlen und Lebenskonstellationen. Paul lebt in zweiter Ehe mit Elise und ihren beiden Töchtern auf dem Land in Wales.„„Hin und Zurück“ von Tessa Hadley“ weiterlesen

„Frühling“ von Ali Smith

Wow, was für ein schrecklich-schönes Buch! Der dritte Band von Ali Smiths Jahreszeiten ist für mich der bisher düsterste Band, kraftvoll und politisch expliziter formuliert, dennoch wieder großartig experimentell von Smith komponiert. Sie spielt mit den Gefühlen der Leser ebenso wie mit den Worten, Geschichten und Kulturreferenzen, streut Worthülsen des Internet-Slangs genauso wie Troll-Kommentare zwischen„„Frühling“ von Ali Smith“ weiterlesen

„Botschaften an mich selbst“ von Emilie Pine

Emilie Pines Buch ist „Irish Book of the Year“ und es ist wundervoll! Es ist traurig und schockierend. Es ist rührend, erschütternd und doch irgendwie vertraut.Diese Autorin schafft es, mit ihren persönlichen Geschichten den Gefühlen aller Frauen Ausdruck zu verleihen, die solches oder Ähnliches erlebt haben. Denn es sind keine unbekannten Szenarien.  „Und so sieht„„Botschaften an mich selbst“ von Emilie Pine“ weiterlesen

„Iva atmet“ von Amanda Lasker-Berlin

Ein sehr interessanter, gut geschriebener Roman, der die Frage nach dem Umgang mit Schuld und Verschweigen in der Familiengeschichte verhandelt.  Iva ist dreiunddreißig und mit Roy verheiratet. Iva ist Ärztin, Roy Akrobat. Iva in einer reichen Anwaltsfamilie aufgewachsen, Roy im Zirkus. Sie kennen sich seit ihrer Kindheit und wissen um die jeweils andere Familiengeschichte: Ivas„„Iva atmet“ von Amanda Lasker-Berlin“ weiterlesen

„Lucy“ von Jamaica Kincaid

In diesem schmalen Roman beschreibt die großartige antiguanisch-amerikanische Autorin Jamaica Kincaid (*1949) die Emanzipation einer jungen Frau von ihrer Familie und den Aufbruch in ein eigenes Leben: Lucy geht als Au-Pair Mädchen aus der Karibik zu einer wohlhabenden weißen Familie in New York. Sie gewöhnt sich schnell an Kühlschränke und Aufzüge, an gut gemeinte Ratschläge„„Lucy“ von Jamaica Kincaid“ weiterlesen

„Die Welt ohne Fenster“ von Barbara Newhall Follett

Eine spannende Sache, die wunderschöne Neuauflage dieses kleinen Romans von 1926 aus der Feder eines 12-jährigen Wunderkindes. Laut dem Vorwort von Jackie Morris, der Illustratorin diese hübschen Bandes, hat die Autorin bereits im Alter von acht Jahren daran zu schreiben begonnen. Bei einem Brand wurde das Manuskript zerstört und das Mädchen setzte sich hartnäckig daran,„„Die Welt ohne Fenster“ von Barbara Newhall Follett“ weiterlesen

„Der silberne Elefant“ von Jemma Wayne

Ich war schon lange nicht mehr so enttäuscht von einem Buch. Ein Fall von missratener Betroffenheitsliteratur, der bei mir einen unguten Nachgeschmack hinterlässt. Dabei hatte es so verheißungsvoll geklungen, eine Geschichte über drei sehr unterschiedliche Frauen, die durch den Bürgerkrieg in Ruanda zusammengeführt werden. Die Geschichte ist gut erzählt und ich bin ihr im ersten„„Der silberne Elefant“ von Jemma Wayne“ weiterlesen

„Betrachtungen einer Barbarin“ von Asal Dardan

Ein schmaler Essayband, der die Gefühle von Ausgrenzung, Diskriminierung und Rassismus, Einsamkeit und fluktuierenden Zugehörigkeiten greifbar zu machen sucht. Die Autorin erzählt sehr persönlich aus ihrem Leben, beginnend mit der Flucht ihrer Eltern aus dem Iran, als sie ein Baby von einem Jahr war. Die Flucht sei eine Erzählung für sie, keine Realität, für ihre„„Betrachtungen einer Barbarin“ von Asal Dardan“ weiterlesen

„Frauen und Macht“ von Mary Beard

In diesem kleinen aber schwerwiegenden Buch sind zwei Essays von 2014 und 2017 der englischen Historikern Mary Beard versammelt, in denen sie versucht, die Diskriminierung und Frauenfeindlichkeit in Politik und Öffentlichkeit zu ergründen. Sie weist auf die weit zurückliegenden Ursprünge in Homers Odyssee hin, wo der junge Telemachos in aller Öffentlichkeit seiner Mutter und der„„Frauen und Macht“ von Mary Beard“ weiterlesen

„Ich. Sie. Die Frau“ von Nina Weijers

Ein Roman über das Schreiben und das erschaffen von Leben durch das Schreiben. Aber auch über das Leben mit und durch das Schreiben und die Möglichkeiten, die darin stecken.  Die Geschichte selbst, in deren Zentrum eine fünfunddreißigjährige Autorin steht, ist ziemlich verwirrend. Bei einer offensichtlichen Buch-im-Buch-Thematik fragt man sich bald, welcher Anfang der reale und„„Ich. Sie. Die Frau“ von Nina Weijers“ weiterlesen

„Patience geht vorüber“ von Margaret Goldsmith

Patience lebt als Tochter einer Engländerin und eines deutschen im Berlin des ersten Weltkriegs. Ihrer Kindheitsfreundin Grete ist sie mehr als nur freundschaftlich verbunden, es entwickelt sich eine lesbische Liebesbeziehung gleichzeitig mit ihrem Flirt mit Joachim, einem Soldaten, den sie aus Mitleid auf einem Heimaturlaub heiratet. Sie nimmt an, er würde den Krieg nicht überleben,„„Patience geht vorüber“ von Margaret Goldsmith“ weiterlesen

„Why we matter“ von Emilia Roig

Ein intelligentes, weitgreifendes und sehr persönliches Buch. Diese geradezu intime Herangehensweise an das Thema erlaubt es allen Leser*innen, sich mit der Autorinnen zu solidarisieren. Sie bietet ihre Lebensgeschichte an wie eine gute Freundin, ihr Ton ist freundlich, verständnisvoll und empathisch, denn sie kennt die Unsicherheiten von Weißen, sie hat in ihrer sehr gemischten Familie ihre„„Why we matter“ von Emilia Roig“ weiterlesen

„Phänomenale Frauen“ von Maya Angelou

Maya Angelou (1928-2014) war eine amerikanische Schriftstellerin und Lyrikerin, Schauspielerin, Theater- und Filmregisseurin. Nach einer schweren Kindheit mit Missbrauchserfahrung im rassistischen Süden der USA, entwickelte sie sich zu einer wichtigen Stimme des Widerstandes, zur Bürgerrechtlerin und engen Vertrauten von Martin Luther King und Malcolm X. Die Worte, die sie in dieser wunderbaren Gedichtsammlung für das„„Phänomenale Frauen“ von Maya Angelou“ weiterlesen

„Adas Raum“ von Sharon Dodua Otoo

Es ist ein wirklich besonderes Frühjahr mit  wunderbaren und ungewöhnlichen Büchern schwarzer Autorinnen und „Adas Raum“ reiht sich mit seiner beinahe experimentellen Struktur und Thematik nahtlos in diese Reihe ein. Dieser Roman ist eine Offenbarung. Ein Stück wirklich relevante, große Literatur! Es beginnt mit einer Babyleiche an der Goldküste Afrikas im fünfzehnten Jahrhundert. Die hier„„Adas Raum“ von Sharon Dodua Otoo“ weiterlesen

„Jugend“ von Tove Ditlevsen

Ich habe mich sehr gefreut, durch die Neuauflage ihrer autobiografischen Bücher diese mir bisher unbekannte, dänische Schriftstellerin zu entdecken. Tove Ditlevsen ist in diesem zweiten Band mit dem Titel „Jugend“ fünfzehn und lebt in den Dreißiger Jahren im Arbeitermilieu Kopenhagens. Sie arbeitet als Hausmädchen in einer Pension und träumt davon, ihrem drögen Alltag und ihrem„„Jugend“ von Tove Ditlevsen“ weiterlesen

„Identitti“ von Mithu Sanyal

So ein radikales, zeitgemäßes, originelles und sehr witziges Buch!  Eine Protagonistin, die mit einer vielarmigen teuflischen indischen Rachegöttin spricht.  Eine indische Professorin, die sich als weiße Mittelschichtsfrau entpuppt und eine afroamerikanische Freundin mit weißer Haut hat, die an einer Pigmentstörung leidet.  Eine absolut verdrehte Welt präsentiert uns Mithu Sanyal in ihrer faszinierenden Geschichte, wo nichts„„Identitti“ von Mithu Sanyal“ weiterlesen

„Mädchen, Frau etc.“ von Bernardine Evaristo

Mit Diesem Buch hat die großartige Autorin den Booker-Preis 2019 gewonnen! Schon rein formal ist dieses Buch etwas Besonderes. Ohne Punkte folgt Satz auf Satz, atemlos, fortlaufend. Wie in einer ununterbrochenen direkten Rede wird hier die Geschichte der schwarzen Frau in all ihren Schattierungen mehrstimmig erzählt. Unmittelbar ist die Wirkung, authentisch und sehr persönlich. Sofort„„Mädchen, Frau etc.“ von Bernardine Evaristo“ weiterlesen

„Kim Jiyoung, geboren 1982“ von Nam-Joo Cho

Die Autorin erzählt auf lakonische Art und Weise die Geschichte von Kim Jiyoung, die nach der Geburt ihrer Tochter allmählich den Verstand verliert.  Es ist die Geschichte aller koreanischer Frauen, die beispielhaft auch als Mutter und Großmutter der Hauptprotagonistin auftauchen. In dieser fiktiven Erzählung werden immer wieder reelle Zahlen und Fakten genannt, die ihr eine„„Kim Jiyoung, geboren 1982“ von Nam-Joo Cho“ weiterlesen

„Gespenster“ von Dolly Alderton

Ich habe schon lange nicht mehr einen so gut geschriebenen Unterhaltungsroman gelesen! Denn eigentlich lese ich ungern diese Formate, wo die Suche nach Mr. Right der einzige Lebenszweck ist und Frauenfreundschaften zu kitschiger Zuckerwatte aufgeblasen werden. Aber hier gibt es neben Liebe auch Verachtung und Mitleid und wirklich Zoff zwischen den Freundinnen. Die Männer sind„„Gespenster“ von Dolly Alderton“ weiterlesen

„Carmels Suche nach Liebe“ von Hilary Mantel

Diesen Entwicklungsroman von der provinziellen Klosterschülerin Carmel zur emanzipierten jungen Frau stattet Hilary Mantel wieder mit lustvoll bildreichen Charakterzeichnungen aus und mit feiner Ironie. Die Zweifel und Unsicherheiten werden dabei nicht ausgelassen, es ist das langsame hineinwachsen in das eigene Leben, das Auffalten der Flügel, nachdem sie dem Kokon des Elternhauses entschlüpft ist. Carmel kommt„„Carmels Suche nach Liebe“ von Hilary Mantel“ weiterlesen

„Judith und Hamnet“ von Maggie O`Farrell

Dies ist ein Buch über Liebe und Tod, das Sein und das Nichtsein, und die tröstende Kraft der Literatur. Ausgangspunkt: eine verbotenen Liebe wie bei Romeo und Julia, zu einem schmächtigen Dichter, dessen Persönlichkeit nicht greifbar, der eine Leerstelle als Vater, ein dichtendes Gespenst ist, dessen Name nie genannt wird. Es beschreibt die natürliche und„„Judith und Hamnet“ von Maggie O`Farrell“ weiterlesen

„Seitenwechsel“ von Nella Larsen

Nella Larsen ist hierzulande weitgehend unbekannt und doch eine beeindruckende Stimme der afroamerikanischen Literatur. Mit diesem psychologischen Buch über Rassismus und schwarze Identität, den Wunsch, weiß zu sein und die seelischen, gesellschaftlichen und sozialen Risiken, die ein sogenannter Seitenwechsel hellhäutiger Schwarzer mit sich bringt, war sie ihrer Zeit und den thematisch ähnlichen Büchern so bekannter„„Seitenwechsel“ von Nella Larsen“ weiterlesen

„Girl meets boy“ von Ali Smith

„Ich erzähl euch mal von der Zeit, als ich ein Mädchen war, sagt unser Großvater.“ Das ist der interessanteste erste Satz, den ich seit langem gelesen habe und er ist Programm. Mit dieser originellen Liebesgeschichte, die den Bogen vom mystischen Schottland der Neuzeit ins mythische Griechenland von Ovids Metamorphosen spannt, hat Ali Smith mich wieder„„Girl meets boy“ von Ali Smith“ weiterlesen

„Die Hälfte der Sonne“ von Chimamanda Ngozi Adichie

Mit diesem Roman hat die wunderbare Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichie bereits 2007 den Womens Prize vor Fiction gewonnen und im vergangenen 25.Jubiläumsjahr 2020 wurde sie dafür noch einmal zum „Winner of the Winners“ gekürt. Es ist ein großartiger Roman, der die Ambivalenz Nigerias gegenüber der ehemaligen Kolonialmacht England bereits ganz zu Anfang meisterlich ins Spiel„„Die Hälfte der Sonne“ von Chimamanda Ngozi Adichie“ weiterlesen

„Das Verschwinden der Erde“ von Julia Phillips

Eine wirklich ungewöhnlich konstruierte Geschichte in einem fremdartigen, exotisch-nordischen Setting, die in literarisch ansprechender Form Fragen nach Identität, Geschlechtergerechtigkeit, Zugehörigkeit, Rassismus/Klassismus verhandelt, gegossen in die Form eines leicht unterkühlten, zähflüssigen Thrillers, geschüttelt mit einem ordentlichen Schuss Melancholie und garniert mit der zarten Blüte der Hoffnung. Lange hat mich der Titel dieses Buches ratlos gemacht, denn„„Das Verschwinden der Erde“ von Julia Phillips“ weiterlesen

„Herzklappen von Johnson und Johnson“ von Valerie Fritsch

Ein ganzes Buch ohne eine einzige direkte Rede! Besser könnte man die Verschwiegenheit der Großeltern, das Tabu und die Schuld, über die niemals geredet wurde, nicht darstellen. Es sind Almas Großvater und ihre Großmutter, die in einzelnen Sätzen, Blicken, Stimmungen die Enkelin mit dem Fluidum ihrer Vergangenheit durchdringen, bis sie darin eingelegt ist wie eine„„Herzklappen von Johnson und Johnson“ von Valerie Fritsch“ weiterlesen

„Das Baby ist meins“ von Oyinkan Braithwaite

Kein kaukasischer, nein, ein afrikanischer Kreidekreis müsste in diesem Drama um das niedliche Neugeborene gezogen werden, um das sich zwei Furien streiten. Dieses ungewöhnliche Kammerspiel der nigerianischen Autorin Oyinkan Braithwaite ist modern und spannend und spielt bereits zur Zeit der Corona-Pandemie: Bambi ist ein Macho und Frauenheld, der alle paar Monate eine neue Freundin hat.„„Das Baby ist meins“ von Oyinkan Braithwaite“ weiterlesen

„Mein Jahr der Ruhe und Entspannung“ von Ottessa Moshfegh

„Mein Aussehen machte mich zur Gefangenen einer Welt, in der Aussehen mehr zählte als alles andere.“ Mitte Zwanzig, mit einem Abschluss in Kunstgeschichte und haufenweise geerbten Geldes nach dem Tod beider Eltern, igelt sich die Erzählerin in ihrem schicken Appartement an der Upper East Side ein und will nur noch schlafen. Beziehungsunfähig, lebensunfähig und ohne„„Mein Jahr der Ruhe und Entspannung“ von Ottessa Moshfegh“ weiterlesen

London, My Love

Dieser wunderbare Band versammelt die schönsten Erzählungen oder Romanausschnitte, die sich um die Liebe drehen und allesamt in London spielen. Sieben namhafte Autorinnen und zehn Autoren kommen zu Wort und gestalten trotz dieser übereinstimmenden Themen erstaunlich unterschiedliche Geschichten. Da ist beispielsweise die Wunderbare Mutter-Tochter-Beziehung aus Jane Gardams Feder, in der Missbilligung und Antipathien nach außen„London, My Love“ weiterlesen

„Das Schloss in den Wolken“ von Lucy Maud Montgomery

Lucy Maud Montgomery (1874 – 1942), eine kanadische Schriftstellerin, die mit ihren Jugendbüchern der Reihe „Anne auf Green Gables“ bekannt wurde, schrieb  mit „Das Schloss in den Wolken“ einen entzückenden Entwicklungsroman für Erwachsene: Valancy Stirling kämpft um ein selbstbestimmtes Leben, was als junge Frau im ländlichen Kanada zu Beginn des 20ten Jahrhundert nicht wirklich einfach„„Das Schloss in den Wolken“ von Lucy Maud Montgomery“ weiterlesen

„Miss Bensons Reise“ von Rachel Joyce

Die Hauswirtschaftslehrerin Margery verdrängt den Selbstmord ihres Vaters, als sie ein Teenager war. Der Mythos des goldenen Käfers in Neukaledonien, von dem er ihr erzählte, ist alles, was sie als Erinnerung an ihn zulässt und eines Tages, als sie arm, alternd und gedemütigt ein Paar Stiefel stiehlt, beschließt sie, ihr Leben aufzugeben, und ihrem Traum„„Miss Bensons Reise“ von Rachel Joyce“ weiterlesen

„Wem erzähle ich das?“ von Ali Smith

Eine namenlose Protagonistin trauert um ihre verstorbene Partnerin, ein Jahr und ein Tag ist dieser Verlust nun her, da taucht ihr Geist mit Sprachstörungen wieder auf und setzt sich an ihren Schreibtisch, um zu arbeiten. Die verstorbene Schriftstellerin sollte Vorträge für Studenten halten, unter anderem über Zeit und Form in der Literatur. Und während sie„„Wem erzähle ich das?“ von Ali Smith“ weiterlesen

„Franziska Linkerhand“ von Brigitte Reimann

Ich habe mich im Rahmen eines Lesekreises herangetraut an Brigitte Reimanns (1933 -1973) wohl bekanntesten Roman, den „DDR-Roman“, den unvollendeten, und fühle mich ziemlich hin- und hergerissen: Die Sprache liebe ich! Es schien mir, als würde ich einen weiblichen etwas moderneren (aber nicht allzusehr) Thomas-Mann lesen, mit 10-Zeilen langen Schachtelsätzen und Abschweifungen, wo die Möglichkeit„„Franziska Linkerhand“ von Brigitte Reimann“ weiterlesen

„Love Addict“ von Kate Davies

Man könnte meinen, dieses Buch handele von nichts Anderem als von Sex. Es ist eine witzige Mischung aus Liebes- und Entwicklungsroman gepaart mit Sachbuchabschnitten à la „Lesbischsein für Dummies“ und beschreibt das Coming-out von Julia, die Mitte zwanzig ist und bisher in heterosexuellen Beziehungen gelebt hat. Als sie sich in die Künstlerin Sam verliebt, muss„„Love Addict“ von Kate Davies“ weiterlesen

„Die innersten Geheimnisse der Welt“ von Rose Tremain

Rose Tremain ist eine wundervolle Erzählerin. Sie hat einen sehr eigenen, ruhigen Erzählduktus, sowohl in ihren „modernen“ als auch in den historischen Romanen. Dieses neue Buch der alten, englischen Lady erzählt von der Selbstfindung und dem Coming out der viktorianischen Arzttochter und Krankenschwester Jane Adeane. Parallel dazu erfahren wir die Geschichte des Naturforschers Edmund Ross„„Die innersten Geheimnisse der Welt“ von Rose Tremain“ weiterlesen

„Fliegen, Tanzen, Wirbeln, Beben“ von Katherine Mansfield

Vignetten eines Frauenlebens 1903 -1922. Ich habe vor Jahren Katherine Mansfields Kurzgeschichten gelesen und besonders die aus der deutschen Kur-Kultur sind kaum zu überbieten an prägnantem Wortwitz und Ironie. Nun ihre Tagebücher zu lesen, auch die teils melodramatischen Zeilen der erst siebzehnjährigen und später die literarisch sichereren Worte der Dreißigerin, hat etwas Feierliches und gleichzeitig„„Fliegen, Tanzen, Wirbeln, Beben“ von Katherine Mansfield“ weiterlesen

„Zuflucht“ von Merilyn Simonds

Ich mochte das Buch und ich mochte die Sprache dieser preisgekrönten kanadischen Autorin, allerdings hätte ich mir eine leichte Verschiebung des Fokus gewünscht. Es wird das Leben einer über Neunzigjährigen erzählt, die zurückgezogen auf einer kleinen Insel in einem See in Ontario lebt und deren Abgeschiedenheit von einer geflüchteten jungen Frau aus Burma gestört wird.„„Zuflucht“ von Merilyn Simonds“ weiterlesen

„Spritzen. Die Geschichte der weiblichen Ejakulation“ von Stephanie Haerdle

Die weibliche Sexualität ist eine komplizierte Sache. Dass Frauen anders ticken als Männer, ist mittlerweile bekannt. Weniger bekannt ist, dass sie aber ebenfalls ejakulieren können, nicht alle und nicht regelhaft, aber durchaus in beeindruckender Menge. Diesem Phänomen spürt dieses für beide Geschlechter sehr empfehlenswerte Buch nach. Es zitiert teilweise 2000 Jahre alte chinesische und indische„„Spritzen. Die Geschichte der weiblichen Ejakulation“ von Stephanie Haerdle“ weiterlesen

„Zugvögel“ von Charlotte McConaghy

Ein wunderbarer Roman. Traurig und hoffnungsvoll zugleich. Wir lernen Franny als besessene Vogelbeobachterin kennen, die in einer Zukunft, in der alle Tiere ausgestorben sind, dem Weg der letzten Seeschwalben von Grönland in die Antarktis folgen will. Ohne Geld und vor einer dramatischen Vergangenheit auf der Flucht, überzeugt sie den Kapitän Ennis Malone, sie auf seinem„„Zugvögel“ von Charlotte McConaghy“ weiterlesen

„Ladies“ von Patricia Highsmith

Dieser Band mit Kurzgeschichten wartet mit einigen erstaunlichen Erstveröffentlichungen aus dem frühen Werk von Patricia Highsmith und einigen Neuübersetzungen auf und ist insgesamt eine sehr bunte Mischung.  Die Autorin ist bekannt für hinter- und abgründige Thriller und bereits in ganz jungen Jahren schrieb sie beispielsweise eine Geschichte über einen eigensinnigen Spinnenmann, der an seinem Vorhaben,„„Ladies“ von Patricia Highsmith“ weiterlesen

„New Yorker Geschichten“ von Dorothy Parker

„Die ganze Welt ist eine Bühne“, sagte Lily Wynton. „Und alle Männer und Frauen bloße Spieler.“ Die New Yorker und ihre Beziehungen, das ist ein schier unerschöpfliches Thema. Dorothy Parker schrieb darüber in den zwanziger und dreißiger Jahren desillusionierende Prosa, sei es die Geschichte der Verzweiflung einer „Starken Blondine“ oder die mehr oder minder absichtlichen„„New Yorker Geschichten“ von Dorothy Parker“ weiterlesen

„Das ist dein Leben“ von Meg Wolitzer

Erica und Opal sind sehr unterschiedliche Schwestern. Die eine dick, die andere dünn, die eine hochintelligent, aber faul, die andere fleißig, aber nur durchschnittlich schlau. Zudem besteht ein nicht unerheblicher Altersunterschied. Ihre Mutter Dottie scheint in dieser Familiengeschichte die einzige Gemeinsamkeit der Schwestern zu sein, obwohl sie genau genommen eine Leerstelle ist: sie ist eine„„Das ist dein Leben“ von Meg Wolitzer“ weiterlesen

„Männer in Kamelhaarmänteln“ von Elke Heidenreich

Dieses schmale Buch ist ein Füllhorn kleiner, unterhaltsamer Anekdoten und Betrachtungen zum Thema Kleidung. Mir hat besonders eins der ersten Kapitel: „Machen Kleider Leute?“ gefallen, in dem verschiedene Ansätze zur Beantwortung dieser Frage anhand von Literaturbeispielen vorgestellt werden.  Es ist ein sehr persönliches Buch von Elke Heidenreich, beinahe so etwas wie eine Autobiografie mit Fokus„„Männer in Kamelhaarmänteln“ von Elke Heidenreich“ weiterlesen

„Die andere Welt“ von Julie Cohen

Ein gutes Buch im falschen Kleid! Ein irritierend liebliches Cover, rosa-golden mit Libelle, als handele es sich hier um einen kitschigen Liebesroman. Vollkommen unpassend für eine Geschichte, die im Original schlicht „Louis & Louise“ heißt und der ein Zitat aus Virginia Woolfs Orlando vorausgeht. Wenn schon Kitsch, dann bitte mit Regenbogen, denn hier ringen wechselseitig„„Die andere Welt“ von Julie Cohen“ weiterlesen

„Die verschwindende Hälfte“ von Brit Bennett

Was für eine packende Geschichte! Die Zwillingsschwestern Desirée und Stella wachsen in einer extrem hellhäutigen Community im Louisiana der Fünfziger und Sechziger Jahre auf. Ihr Vater wurde grundlos von Weißen gelyncht und sie beschließen, den Ort zu verlassen als sie sechzehn sind. Treibende Kraft des Plans ist zunächst Desirée, sie suchen sich Arbeit in einer„„Die verschwindende Hälfte“ von Brit Bennett“ weiterlesen

„Winter“ von Ali Smith

Ali Smith ist eine Wortmagierin und mit diesem zweiten Band ihres Jahreszeitenzyklus hat sie uns wieder ein unvergleichliches und berührendes Meisterwerk gezaubert. Durch die Seiten des Buches wabern tagespolitische Themen wie Brexit, Weltpolitik, Fremdenfeindlichkeit und Klimawandel wie kalter Winternebel, auf den sich kostbare und amüsante Anekdoten, Zitate und Verweise auf Kunst, Film und Literatur wie„„Winter“ von Ali Smith“ weiterlesen

„Im Bauch der Königin“ von Karosh Taha

Dieser zweite Roman von Karosh Taha, einer kurdischstämmigen deutschen Autorin, ist schon rein  formal eine Besonderheit dadurch, dass die Geschichte von zwei Seiten gelesen werden kann, aus zwei unterschiedlichen Perspektiven, der weiblichen und der männlichen. Dieser greifbare Antagonismus, der die Geschichte erst zu einem widersprüchlichen Ganzen fügt, ist eine schöne Idee. Zudem schreibt Tara wunderbar,„„Im Bauch der Königin“ von Karosh Taha“ weiterlesen

„Hexen. Die unbesiegte Macht der Frauen“ von Mona Chollet

In dieser sogenannten Flugschrift legt die französische Journalistin Mona Chollet, Jahrgang 1973, eine Zusammenfassung feministischer Thesen und Zitate vor, lose verknüpft mit eigenen Stellungnahmen und mit Anekdoten aus Gesellschaft und Politik aufgepeppt. Im ersten Kapitel erfolgt eine sehr interessante Einführung über die historisch ursprünglich positiv besetzte Figur der Hexe als unabhängige, erfahrene/gebildete/weise, zumeist ältere Frau,„„Hexen. Die unbesiegte Macht der Frauen“ von Mona Chollet“ weiterlesen

„Zorn und Stille“ von Sandra Gugić

Die zerrissene Geschichte zerrissener Menschen, berührend und aus verschiedenen Perspektiven erzählt, führt die Komplexität und Unverständlichkeit der Jugoslawienkriege in ihren Auswirkungen auf die Davongekommenen aus. Biljana Banadinovic heißt jetzt Billy Bana, ist lesbisch, unstet und eine künstlerisch tätige, erfolgreiche Fotografin. Anlässlich des Todes ihres Vaters erinnert sie sich splitterhaft an ihre Kindheit mit ihrem Bruder,„„Zorn und Stille“ von Sandra Gugić“ weiterlesen

„In feiner Gesellschaft“ von Barbara Pym

Barbara Pym ist DIE Neuentdeckung im Dumont Verlag und bekannt für ihre schonungslose Darstellung mittelalter Durchschnitts- Frauen im England der Vierziger bis Sechziger Jahre. Da die Situation der in diesem Buch unverheirateten, meist berufstätigen, vortrefflichen Frauen wenig spektakulär und nicht selten eintönig ist, sie nur am Rande in der Gesellschaft eine Rolle spielen, lastet auf„„In feiner Gesellschaft“ von Barbara Pym“ weiterlesen

„Lolly Willowes“ von Sylvia Townsend Warner

In diesem ruhigen Roman formuliert Sylvia Townsend Warner (1893-1978) eine ebenso magische wie radikale Emanzipationsgeschichte am Beginn des Zwanzigsten Jahrhunderts. Sie war eine Zeitgenössin Virginia Woolfs und lebte ab 1930 mit der Lyrikerin und Liebe ihres Lebens Valentine Ackland zusammen. In diesem ihrem Debüt verfolgen wir, angeleitet von wunderbaren Naturbeschreibungen und sarkastischen kleinen Seitenhieben, die„„Lolly Willowes“ von Sylvia Townsend Warner“ weiterlesen

Lolly Willowes oder der liebevolle Jägersmann von Sylvia Townsend Warner

„Normale Menschen“ von Sally Rooney

Sally Rooneys neues Buch ist eine ziemlich ungewöhnliche Liebesgeschichte. Anhand der Beziehung von Marianne und Connell wird die Unmöglichkeit durchexerziert, einen anderen Menschen wirklich und wahrhaftig zu kennen, zu begreifen und zu verstehen. Gleichzeitig wird die Frage verhandelt, wie Gewalterfahrungen in der Kindheit  Menschen und ihre Art zu lieben verändern und aufgezeigt, wie komplex alle„„Normale Menschen“ von Sally Rooney“ weiterlesen

„Jane Austen – eine Entdeckungsreise durch ihre Welt“ von Holly Ivins

Dieses kleine, feine Buch ist ein Muss für alle Jane-Austen-Fans und diejenigen, die im Begriff sind, es zu werden. Denn wir lernen nicht nur mehr über ihr Leben, sondern bekommen auch Hintergrundinformationen und Querverweise auf ihre Bücher geliefert, die immer wieder zu neuen Einsichten führen. Ich war beispielsweise überrascht davon, dass Jane, die zahlreiche Heldinnen„„Jane Austen – eine Entdeckungsreise durch ihre Welt“ von Holly Ivins“ weiterlesen

Jane Austen- Eine Entdeckungsreise durch ihre Welt von Holly Ivins

„Die Wahnsinnige“ von Alexa Hennig von Lange

Eine junge Frau, die sich nach einem selbstbestimmten Leben und erfüllter körperlicher Liebe sehnt, die sich nicht alles gefallen lässt und von einer friedlichen Zukunft für ihr Land träumt, so zeichnet Alexa Hennig von Lange Johanna die Wahnsinnige. Sie ist die Tochter von Isabella der Katholischen und Philipp dem Schönen, Beinamen, die ebenso klangvoll wie„„Die Wahnsinnige“ von Alexa Hennig von Lange“ weiterlesen

„Der Sommer ohne Männer“ von Siri Hustvedt

Die große Autorin Siri Hustvedt, die einige intellektuelle Romane und Sachbücher geschrieben hat, kann auch geistreich. Und wie! In diesem Buch erzählt sie die altbekannte Geschichte von der betrogenen und verlassenen Ehefrau: „Die Pause war eine Französin mit schlaffem, aber glänzend braunem Haar.“  Diese treibt Mia, eine 55-Jährige New Yorker Dichterin, zunächst in den Nervenzusammenbruch,„„Der Sommer ohne Männer“ von Siri Hustvedt“ weiterlesen

Der Sommer ohne Männer von Siri Hustvedt

„Untertauchen“ von Daisy Johnson

So ein wunderschöner, fantastisch erzählter, spannender Roman! Toll formuliert, fantasievoll und komplex konstruiert, was dem Lesevergnügen jedoch keinen Abbruch tut. In drei zeitversetzten Erzählsträngen lernen wir Gretel kennen, die als Sechzehnjährige von ihrer Mutter Sarah verlassen wurde und seit sechzehn Jahren mehr oder weniger auf der Suche nach ihr ist. Als sie sie findet, bringt„„Untertauchen“ von Daisy Johnson“ weiterlesen

„Virginia Woolfs Writers` Workshop“ von Danell Jones

Mit diesem Buch hat sich ein seit langem gehegter Traum von mir erfüllt:  Schreibunterricht bei Virginia Woolf! Natürlich werde ich immer nur eine Nachahmerin sein, stammelndes Krabbelkind, staunend und ums Gleichgewicht bemüht vor der großen eloquenten Sprach-Schöpferin & Seelensucherin stehend. Wenn ich ihre Bücher lese kommt es mir häufig vor, als hielte ich mich wie„„Virginia Woolfs Writers` Workshop“ von Danell Jones“ weiterlesen

„Brüste und Einer“ von Mieko Kawakami

„Brüste und Eier“ von Mieko Kawakami

Ein interessanter Roman über das Körper/Geist Problem aus zwingend weiblicher Perspektive, der seine Radikalität erst bei genauerem Hinsehen offenbart! In schlichtem Erzählstil führt uns die Autorin in die Welt der Frauen Japans ein. Diese unterscheidet sich auf den ersten Blick nicht sehr von dem Leben in unseren Breitengraden. Frauen heiraten, kümmern sich um die Eltern„„Brüste und Eier“ von Mieko Kawakami“ weiterlesen

„Die Frau des Professors“ von Barbara Pym

Dieser ironische Roman spielt 1970 und beschreibt das öde Leben der Akademiker-Gattin Caro Grimstone, die ihren Mann Alan von der Unibank weg geheiratet hat und nun mit vierjähriger Tochter und Au-Pair-Mädchen in einem neogeorgianischen Haus in der Londoner Provinz sitzt und sich langweilt. Ihr Mann ist Anthropologe an der dortigen Universität und ihre einzige Aufgabe„„Die Frau des Professors“ von Barbara Pym“ weiterlesen

Behind every Great Woman is a Great cat Von Lulu Mayo

„Behind every Great Woman is a Great Cat“ von Lulu Mayo

Dieses Buch lässt das Herz aller Katzenfreundinnen höher schlagen! Mit wunderschönen, originellen Illustrationen hebt es schon beim Durchblättern die Stimmung. Und es bietet einen Schatz an privatem Katzenwissen, das in die Seelen nicht der Katzen, aber ihrer Besitzerinnen einen interessanten, kleinen Einblick gewährt.  Hier werden die Katzen einer bunten Reihe großartiger Frauen vorgestellt, von Malerin„„Behind every Great Woman is a Great Cat“ von Lulu Mayo“ weiterlesen

„Der Garten meiner Mutter“ von Anuradha Roy

Anuradha Roy ist eine großartige Erzählerin! Bereits auf den ersten Seiten hat sie mich mit ihrem bildreichen Stil für ihren Roman gewonnen. Es ist eine Familiengeschichte, rückblickend erzählt von dem alten Myshkin. Er wuchs in einer bürgerlichen Familie im Indien der Dreißiger Jahren auf, sein Großvater ein Arzt, sein Vater College-Professor und seine Mutter Gayatri„„Der Garten meiner Mutter“ von Anuradha Roy“ weiterlesen

Anuradha Roy der Garten meiner Mutter Seiten-Hinweis Buchblog

„Die Schauspielerin“ von Anne Enright

Dies ist ein wirklich erstaunlicher Mutter-Tochter-Roman. Nicht weil immer nur Friede, Freude, Eierkuchen herrschte in ihrem Leben, auch nicht, weil diese exotisch schillernde, schauspielernde Mutter eine sensible, bürgerliche, loyale Tochter erzog, sondern aufgrund der Liebe, die durch die Zeilen schimmert, wie ewiges Licht. Norah, eine Schriftstellerin Mitte Fünfzig, erinnert sich aufgrund der Anfrage einer Journalistin„„Die Schauspielerin“ von Anne Enright“ weiterlesen

„The Doll Factory“ von Elizabeth McNeal

Ein feministischer historischer Roman, atmosphärisch und spannend, ja, das gibt es! „The Doll Factory“ war in England ein Bestseller und hat, meines Erachtens, hier etwas zu wenig Aufmerksamkeit bekommen. Das mag an dem Cover liegen, das mir eher eine Gothic Novel suggerierte, tatsächlich bekommt man eine souverän geschrieben Mischung aus historischem Liebesroman, Psychothriller und Emanzipationsgeschichte. „„The Doll Factory“ von Elizabeth McNeal“ weiterlesen

„Ein unerhörtes Alter“ von Rose Macaulay

Ein feministischer Roman von 1921! Kaum zu glauben aber wahr. Sieben Frauen vier verschiedener Generationen lernen wir darin kennen, allen voran Neville, die ihren 43ten Geburtstag feiert, verheiratet ist und zweiundzwanzigjährige Zwillinge (Gerda und Kay) auf dem College, sowie einen Politikergatten zuhause hat. Sie reflektiert bereits das Empty-Nest-Syndrom und bedauert, ihr Medizinstudium nach der Heirat„„Ein unerhörtes Alter“ von Rose Macaulay“ weiterlesen

„Der Platz im Leben“ von Anna Quindlen

Anna Qindlen schreibt einen leichten Stil, gut zu lesen und mit überraschenden Bildern, sodass das Lesen niemals langweilig wird. Trotzdem hat mich das Buch enttäuscht. Der Klappentext, auf dem der Übergriff eines Nachbarn auf Ricky, einen hispanisieren Angestellten, beschrieben wird, machte mich neugierig auf Diskussionen über Rassismus und die Klassengesellschaft, die Diskrepanzen, die Gräben, die„„Der Platz im Leben“ von Anna Quindlen“ weiterlesen

„Singt, ihr Lebenden und ihr Toten, singt“ von Jesmyn Ward

Dieser Roman, mit dem Jasmyn Ward zum zweiten Mal den National Book Award 2017 gewonnen hat, faszinierte mich von Anfang an. Hier werden anhand einer Familiengeschichte die Themen Sklaverei, Rassismus, Armut und die Folgen für den Einzelnen und seine Familien verhandelt. Sie wird abwechselnd aus der Perspektive von Leonie, einer dreißigjährigen Meth-süchtigen Mutter von zwei„„Singt, ihr Lebenden und ihr Toten, singt“ von Jesmyn Ward“ weiterlesen

„Die langen Abende“ von Elizabeth Strout

Dieser Roman ist kein Roman. Eigentlich ist es eine Sammlung von Kurzgeschichten, zusammengehalten von der Tatsache, dass sie alle in der idyllischen Kleinstadt Crosby in Maine spielen. Olive Kittridge, die Hauptprotagonistin aus „Mit Blick aufs Meer“, für das Elizabeth Strout 2009 den Pulitzerpreis erhielt, wirkt als personifizierte Klammer, die diese Schicksale verbindet. Sie taucht, ähnlich„„Die langen Abende“ von Elizabeth Strout“ weiterlesen

Elizabeth Strout die langen Abende auf Seiten-Hinweis

Karosh Taha Beschreibung einer Krabbenwanderung cover

„Beschreibung einer Krabbenwanderung“ von Karosh Taha

Ein äußerst ungewöhnliches Buch, das die alltäglichen Geschichten und Lebensumstände kurdischer Einwanderer aus der Perspektive der jungen Sanaa erzählt. Sie lebt mit ihrer Familie in einem Hochhaus in Deutschland, in dem im Zusammenleben mit zahlreichen anderen kurdischen Einwandererfamilien eine Parallelwelt entsteht, die gleichzeitig furchteinflößend und sicher erscheint. Um die Umstände der arrangierten Heirat ihrer Eltern„„Beschreibung einer Krabbenwanderung“ von Karosh Taha“ weiterlesen

Maryse Conde "Das ungeschminkte Leben auf Seiten-Hinweis, dem Buchblog über Autorinnen

„Das ungeschminkte Leben“ von Maryse Condé

Maryse Condé, die große französische Schriftstellerin von den Antillen, die mit dem alternativen Literaturnobelpreis geehrt wurde, berichtet hier von der schwierigsten Zeit ihres Lebens. Es war die Zeit, bevor sie zu schreiben begann und ein unruhiges, bewegtes Leben in Europa und Afrika führte. Maryse Condé wuchs in einer privilegierten, bürgerlichen Familie als Tochter der ersten„„Das ungeschminkte Leben“ von Maryse Condé“ weiterlesen

„Cheri“ von Colette

Die Kurtisane Lea, die sich mit Mitte vierzig aus dem Geschäft zurückziehen will, hat ausgerechnet den Sohn einer Kurtisanen-Kollegin und Bordellmutter zum Geliebten. Fred, dessen liebevoller Spitzname Chéri lautet, pflegt nun schon seit Jahren diese heimliche Affäre mit der über zwanzig Jahre älteren, wunderschönen Lea. Doch seine Mutter hat andere Pläne und möchte ihn gewinnbringend„„Cheri“ von Colette“ weiterlesen

Melmoth Sarah Perry auf Seiten-Hinweis Buchbog

„Melmoth“ von Sarah Perrry

Ich wollte dieses Buch unbedingt lesen, da mich „Die Schlange von Essex“ mit Sarah Perry angefixt hatte. Und das Cover sieht wirklich wunderschön aus, die Geschichte klang geheimnisvoll. Sie spielt überwiegend in Prag und dreht sich um Helen, der ein Manuskript in die Hände fällt, das ihr ein alter Freund überreicht, der gleichzeitig etwas von„„Melmoth“ von Sarah Perrry“ weiterlesen

„Das Blut der anderen“ von Simone de Beauvoir

Dieses Buch ist eine Liebesgeschichte aber auch ein hoch komplexes, durchkomponiertes philosophisches Werk. Das liegt daran, dass Simone de Beauvoir, die Lebensgefährtin des Philosophen Jean Paul Sartre, den Existentialismus aus der Essayform in einen Roman transformiert hat. Herausgekommen ist eine Geschichte von innerer Zerrissenheit, schlechtem Timing und Sinnsuche innerhalb einer Gruppe junger bourgoiser Pariser Intellektueller„„Das Blut der anderen“ von Simone de Beauvoir“ weiterlesen

Seiten-Hinweis Buchblog Simone de Beauvoir Das Blut der anderen

Seiten-Hinweis Buchblog Amelie Nothomb Happy End

„Happy End“ von Amélie Nothomb

Diese moderne Nacherzählung eines alten französischen Märchens bezaubert und berührt gleichermassen. Mit freundlichem Humor und verblüffender Lakonie variiert Amélie Nothomb darin das Thema „Die Schöne und das Biest“. Dabei erzählt sie aus wechselnden Perspektiven von Déodat und Hélène, die beide ihre Kindheit und Jugend als Außenseiter in Paris verleben. Déodat ist ein erschreckend hässlicher Junge„„Happy End“ von Amélie Nothomb“ weiterlesen

„Das Mädchen, das in der Metro las“ von Christine Féret-Fleury

Paris und Bücher – zwei magische Themen, was gibt es schöneres? Juliette, Enkelin eines Buchhändlers, liest selbst nicht sehr viel, sondern beobachtet die Leser von Büchern in der Metro. Sie hat sich in ihrem etwas banalen Single- Leben als Sekretärin eines Immobilienmaklers eingerichtet seit sie, nach mehreren Enttäuschungen, der Männer überdrüssig, geworden war. Ihr Alltagstrott„„Das Mädchen, das in der Metro las“ von Christine Féret-Fleury“ weiterlesen

Seiten-Hinweis Buchblog Anita Brookner Hotel du lac

„Hotel du Lac“ von Anita Brookner

Man sollte sich nicht von dem Cover der Neuausgabe täuschen lassen, dies ist kein locker flockiger Sommerroman! Im Gegenteil, es handelt von einer zynischen Autorin, die im Speisesaal oder dem Salon eines halbleeren Hotels in der Nachsaison herumsitzt und mit ihrer Existenz im Allgemeinen und der als Schriftstellerin im Besonderen hadert. Sie heißt Edith Hope„„Hotel du Lac“ von Anita Brookner“ weiterlesen

„Gott, hilf dem Kind“ von Toni Morrison

Das beeindruckende Alterswerk der Literaturnobelpreisträgerin über Rassismus, Misshandlung und Schuld, Identität und Versöhnung. Bride ist so schwarz, wie die Nacht und ihre Mutter, eine eher hellhäutige Afroamerikanerin, schämt sich für sie. Bride lernt, sich unterzuordnen und ihre Schönheit zu Karrierezwecken zu nutzen, ihren Nachteil in einen Vorteil zu wenden, doch das hat seinen Preis.  Sie„„Gott, hilf dem Kind“ von Toni Morrison“ weiterlesen

Seiten-Hinweis Buch-Blog Toni Morrison

Seiten-Hinweis Buch-Blog Hilary Mantel

„Der Hilfsprediger“ von Hilary Mantel

In dieser meisterhaften Erzählung, die irgendwo zwischen Groteske und Schauerroman oszilliert, geht es um eine kleine englische Gemeinde, die durch einen jungen Vikar aufgemischt wird. Dieser besitzt die Gabe, lautlos aufzutauchen, er erzeugt bei seiner Anwesenheit Hitze und kann im Dunkeln sehen. Doch das fällt den meisten gar nicht auf, sind sie doch viel zu„„Der Hilfsprediger“ von Hilary Mantel“ weiterlesen

Seiten-Hinweis Buch-Blog Astrid Rosenfeld "Zwölf mal Juli"

Seiten-Hinweis Buch-Blog Monique Trunk

„Unsere glücklichen Tage“ von Julia Holbe

Eine wirklich große Enttäuschung! Das war dieses Buch für mich. Inspiriert von dem schönen sommerlichen Cover und zahlreichen positiven Leserstimmen hatte ich mich sehr auf diese Sommerlektüre gefreut. Aber ach! Solche ein banales Buch habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Zu Beginn dachte ich ja noch, ja, diese Freundinnengeschichte klingt interessant. Und dann wurde„„Unsere glücklichen Tage“ von Julia Holbe“ weiterlesen

Seiten-Hinweis Buch-Blog Mrs. Dalloway Virginia Woolf

„Mrs. Dalloway“ von Virginia Woolf

„Mrs. Dalloway sagte, sie werde die Blumen selber kaufen.“  Einer der schönsten ersten Sätze der englischen Literatur! Er leitet die nostalgische Bestandsaufnahme des Lebens der fünfzigjährigen Clarissa Dalloway ein, die eine abendliche Party zu geben plant, so, wie sie es regelmäßig tut, seit sie vor Jahrzehnten den Konservativen Abgeordneten Richard geheiratet hat. Ihre Gedanken zu„„Mrs. Dalloway“ von Virginia Woolf“ weiterlesen

„Die weite Sargassosee“ von Jean Rhys

Jean Rhys stammte aus Jamaika, Tochter einer Kreolin und eines Engländers. Und sie schreibt über Antoinette, Tochter einer Kreolin und eines Engländers, wie sie auf einer Plantage auf Jamaika verarmt und einsam in der magischen Welt der schwarzen Angestellten lebt. Als die Mutter verwitwet und die Sklaverei abgeschafft wird, verlieren sie alles, die Schwarzen verachten„„Die weite Sargassosee“ von Jean Rhys“ weiterlesen

Seiten-Hinweis
Rose Tremain

„Die Verwandlung der Mary Ward“ von Rose Tremain

Ein wundervoll unaufgeregt queeres Buch, voll von britischem Understatement und Humor! Rose Tremain, eine große alte Dame der britischen Literatur, Commander und Dame Commander of the Order of the British Empire, mehrfach mit Literaturpreisen ausgezeichnet, hat bereits vor dreißig Jahren die Familiengeschichte von Mary geschrieben, die zu Martin wird. Mary ist sechs Jahre alt, als„„Die Verwandlung der Mary Ward“ von Rose Tremain“ weiterlesen

„Wovon wir träumten“ von Julie Otsuka

Ein poetisches Wir erzählt uns die Geschichte junger Japanerinnen, die als Bräute in die schöne Neue Welt, die USA reisen. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Auf der Überfahrt träumen sie von ihren Männern und einer glänzenden Zukunft.  Doch sie werden als billige Arbeitskräfte und Lustobjekte missbraucht und träumen sich zurück in die Heimat. Sie bekommen„„Wovon wir träumten“ von Julie Otsuka“ weiterlesen

„Wo das Glück zuhause ist“ von Jenny Colgan

Ja, auch ich brauche ab und zu einen Feel-Good-Roman. Und ich fürchte mich immer davor, daneben zu greifen und wieder in einem Meer abgedroschener Adjektive und unbedeutender Nebensätze zwischen Figurenschablonen umher zu schwimmen und mich zu langweilen. Was für ein Glück, dass ich dieses Buch fand mit diesem unsäglich kitschigen Titel, der selbst auf englisch„„Wo das Glück zuhause ist“ von Jenny Colgan“ weiterlesen

„Der stumme Frühling“ von Rachel Carson

Eigentlich wollte sie Schriftstellerin werden. Das war ihr Plan, seit Rachel Carson mit acht Jahren ihr erstes Gedicht veröffentlicht hatte. Und obwohl sie später ihre Meinung änderte, Biologie studierte und mit einem Dokumentarfilm einen Oscar gewann, wurde ein Buch, das sie schrieb, ihr Vermächtnis an die Welt: „Der stumme Frühling“, die erste wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der„„Der stumme Frühling“ von Rachel Carson“ weiterlesen

Seiten-Hinweis Rachel Carson

„Das wirkliche Leben“ von Adeline Dieudonné

Dieses Buch ist ein Märchen. Ebenso grausam, furchterregend und versöhnend. Dabei handelt es von häuslicher Gewalt mit den bekannten Ingredienzien einer resignierten, geschlagenen Mutter, dem dämonischen Jäger-Vater, einer lieblichen Schönheit und ihrem kleinen Bruder. Die grimmigen Märchenerzähler-Brüder lassen grüßen, es verwandelt sich Gilles wie in „Brüderchen und Schwesterchen“ vor den Augen seiner namenlosen, in der„„Das wirkliche Leben“ von Adeline Dieudonné“ weiterlesen

„Frankissstein“ von Jeanette Winterson

Dieser beinahe schon experimentell zu nennende Roman (im strukturellen und inhaltlichen Sinn) von Jeanette Winterson zeigt, wie gut es gelingen kann Poesie und Technik zu verknüpfen, die alten Themen im beständig Neuen aufzuspüren und literarisch als unterhaltsame ironische Farce aufzubereiten.Es wird nichts anderes als das alte Körper-Geist-Problem verhandelt unter Ausweitung des Geistes auf die künstliche Intelligenz und des Körpers auf seine geschlechtliche Differenzierung.

Seiten-Hinweis Buchblog
Jeanette Winterson

„Hexensaat“ von Margaret Atwood

Shakespeares „Sturm“ ganz neu. Originell! Modern!Margaret Atwood at her best! Spannend und unglaublich komisch: Seit der legendäre Regisseur Felix Phillips 12 Jahre zuvor von seinem alten Freund Toni ausgebootet und gefeuert wurde, sinnt er auf Rache. Diese will er im Rahmen eine „Sturm“-Aufführung mit verurteilten Straftätern ausgerechnet im Gefängnis durchziehen. Er hat dort eine Theatergruppe ins„„Hexensaat“ von Margaret Atwood“ weiterlesen

„Herbst“ von Ali Smith

Das neue Buch von Ali Smith Herbst, dem ersten Roman aus einem geplanten Jahreszeitenquartett, als Brexit-Roman zu bezeichnen wird diesem Werk nicht im Entferntesten gerecht. Ihr ist, meiner Meinung nach, ein wunderbar poetisches, melancholisches Buch über Freundschaft und Abschied (was der Brexit ja nun zugegebener Weise auch ist) gelungen, mit einigen bizarren, beinahe kafkaesken Elementen. Elisabeth Demand,„„Herbst“ von Ali Smith“ weiterlesen

Seitenhinweis
Buchblog
Ali Smith

Seitenhinweis
Buchblog
Sheridan Hay


„Alles über Biogemüse“ von Ortrud Grieb

Dieses Buch aufzuschlagen ist, als öffne man eine Schatztruhe! Die von der Autorin selbst angefertigten Aquarelle sind kleine feine Kostbarkeiten, die zusammen mit den zahlreichen Tipps und Hinweisen, die wie bunte Juwelen oder schimmernde Perlen unablässig daraus hervor purzeln, zu einem wahren Wunderwerk an Wissen und Weisheiten gestaltet wurden. Die ersten 100 Seiten des Buches„„Alles über Biogemüse“ von Ortrud Grieb“ weiterlesen

Erhalte Benachrichtigungen über neue Inhalte direkt per E-Mail.

Erstelle deine Website mit WordPress.com
Jetzt starten
%d Bloggern gefällt das: