„Wo Licht ist“ von Sarah Moss

Einer der schönsten historischen Romane, die ich seit langem gelesen habe und ein feministischer noch dazu! Das ist eigentlich nicht so mein Genre, aber die Themen Frauenbildung und weibliche Ärzte im neunzehnten Jahrhundert haben mich dann doch sehr gereizt.

Es ist wunderbar poetisch geschrieben und geschmeidig übersetzt, dieses Buch, das den schwierigen Weg einer jungen Frau zu Selbstständigkeit und Selbstbewusstsein beleuchtet und erhellt:

Ally und May wachsen als Töchter einer sehr strengen, pietistischen Mutter und dem Raumausstatter und Maler Alfred Moberley in Manchester auf. Die Mutter setzt sich für arme und gefallene Mädchen mehr ein, als für die eigenen Töchter. Sie duldet keine Extravaganzen, doch sie möchte, dass Ally Medizin studiert und treibt sie unnachgiebig an.

Hier werden Kindesmisshandlung und Psychoterror durch die Mutter, elterlicher Ehrgeiz und die strenge Moral des Neunzehnten Jahrhunderts, das Problem der Prostitution und die völlige Rechtlosigkeit einer Frau und ihrer Töchter thematisiert und plastisch und mitreißend zu einer wunderbaren Geschichte gefügt. Die Modeerkrankung der Hysterie sowie die Widerstände, die Frauen im Medizinstudium entgegenstanden, zeigen, wieviel Kraft und Mut und Entschlossenheit es bedurfte, die Gesellschaft in Bezug auf die Stellung und Rechte von Frauen neu auszurichten.

Ein sehr empfehlenswerter Roman, der die Ursprünge und Themen der ersten Frauenbewegung literarisch nachvollziehbar und erfahrbar macht. 

Aus dem Englischen von Nicole Seifert. Unionsverlag 2019

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