„Lokalausgabe“ von Shulamit Lapid

Originell ist sie schon, die Hauptfigur von Shulamit Lapids erstem Krimiband, der 1989 erschien: Lisi Badichi ist Lokalreporterin, groß und Langesichtig, mit riesigen Füßen und leicht gebeugter Gestalt, die meistens übersehen wird und daher gut recherchiert. Außerdem ist sie noch Jungfrau und das mit fast dreißig Jahren. Sie ist von zornigen Männern umgeben, hat einen„„Lokalausgabe“ von Shulamit Lapid“ weiterlesen

„Die Nanny“ von Gilly Macmillan

Schon lange habe ich nicht mehr einen so packenden Psychothriller gelesen!  Gut geschrieben, mit der erforderlichen Prise Britishness und reichlich Suspense, ohne wirklich blutig zu sein. Nun ja, ein Totenschädel taucht auf und Lady Holt ist bald als unausstehliche Schurkin abgestempelt. Aber so einfach ist das alles nicht. Ihre Tochter Jo mitsamt Enkelin kamen ins„„Die Nanny“ von Gilly Macmillan“ weiterlesen

„Thebanischer Tod“ von Amanda Cross

Ich muss sagen, dass ich voller Ungeduld auf diesen dritten Teil der Krimiserie um die Literaturprofessorin Kate Fansler gewartet habe. Doch irgendwie ist es leider für mich der schwächste Fall. Es gibt zwar wieder die intelligenten Anspielungen, Sprachspiele und Dialoge, die das Herz eines jeden Büchernerds höher schlagen lassen. Aber – und das ist ein„„Thebanischer Tod“ von Amanda Cross“ weiterlesen

 „Die tote Lady“ von Daisy Waugh

„Wie immer regnete es und Sir Ecgbert war tot.“  So lautet einer der ersten lakonischen Sätze dieses unterhaltsamen Krimis. Er kommt zwar in nostalgischer Herrenhaus-Manier daher, ist aber überaus modern mit LGBTQ-Figuren versetzt, die sich teilweise nicht für „Cis-Männer“ interessieren oder sich als „nichbinär“ bezeichnen, modernes Beziehungs-Vokabular für Instagram-orientierte Zeitgenossen, die sich plötzlich mit diesem“ „Die tote Lady“ von Daisy Waugh“ weiterlesen

„Dunkelblum“ von Eva Menasse

Eine satirische, unterhaltsame Farce hat sie geschrieben, die Eva Menasse, die 1989 in einem fiktiven österreichischen Dorf an der ungarischen Grenze spielt und die Grenzöffnungen parallel zu einem Leichenfund und der Suche nach einem Massengrab vom Ende des zweiten Weltkriegs in Szene setzt. „Es ist, als ob die Landschaft, die hier erst noch wie eine„„Dunkelblum“ von Eva Menasse“ weiterlesen

„Das Nest“ von Katrine Engberg

Katrine Engberg, die erst 2016 mit „Krokodilwächter“ ihr Krimidebüt gab, hat mittlerweile fünf Bücher um die Ermittler Jeppe Körner und Annette Werner geschrieben. Der vierte Teil ist gerade auf deutsch erschienen und hat mich, anders als sein Vorgänger, wieder überzeugt. Das liegt vielleicht auch daran, dass Annette Werner aus dem Mutterschutz zurück ist und dieser„„Das Nest“ von Katrine Engberg“ weiterlesen

„Die Wälder“ von Melanie Raabe

Melanie Raabe hat mich bereits mit ihrem Debüt „Die Falle“ überzeugt und dieser Thriller ist wieder voll psychologischer Spannung und liest sich weg wie nichts. Sie ist eine Meisterin des Cliff-Hangers und der unerwarteten Wendungen. Allerdings mag ich es nicht, wenn ich das Gefühl habe, bewusst von Autor*innen in die Irre geführt zu werden und„„Die Wälder“ von Melanie Raabe“ weiterlesen

„1981“ von Eloísa Díaz

Dies ist ein Krimi und doch kein Krimi. Denn der Vermisstenfall, mit dem Kommissar Joaquín Alzada 2001 inmitten der Unruhen um die Wirtschaftskrise in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires beauftragt wird, wird letztendlich nicht gänzlich aufgeklärt. Das wirkliche Verbrechen fand fünfundzwanzig Jahre zuvor statt, als die Militärjunta das Land terrorisierte und zahllose Menschen foltern und verschwinden„„1981“ von Eloísa Díaz“ weiterlesen

„Gesang der Fledermäuse“ von Olga Tokarczuk

In bildmächtiger Sprache erschafft Olga Tokarczuk eine bedrohlich- skurrile Spannung, die es durchaus mit den Psychothrillern einer Patricia Highsmith aufnehmen kann, dabei aber ungleich poetischer und einen Tick melancholischer klingt: „Ich betrachte die Welt so wie andere Menschen eine Sonnenfinsternis betrachten.Dabei sehe ich eine Erdfinsternis. Ich sehe, wie wir blind im Dunkeln umhertappen, wie Maikäfer,„„Gesang der Fledermäuse“ von Olga Tokarczuk“ weiterlesen

„Der James Joyce-Mord“ von Amanda Cross

Der zweite Fall der Literaturprofessorin Kate Fansler aus der Feder von Amanda Cross alias Prof. Carolyn Gold Heilbrun, der 1967 erschien und nun neu im Dörlemannverlag aufgelegt wird, ist wieder ein köstliches Vergnügen. Wer allerdings einen traditionellen Krimi erwartet, wird aufs Gröbste enttäuscht, obwohl es eine Leiche gibt und ein altes, abgefeuertes Gewehr, unzählige Verdächtige„„Der James Joyce-Mord“ von Amanda Cross“ weiterlesen

Erstelle deine Website mit WordPress.com
Jetzt starten