„Lokalausgabe“ von Shulamit Lapid

Originell ist sie schon, die Hauptfigur von Shulamit Lapids erstem Krimiband, der 1989 erschien: Lisi Badichi ist Lokalreporterin, groß und Langesichtig, mit riesigen Füßen und leicht gebeugter Gestalt, die meistens übersehen wird und daher gut recherchiert. Außerdem ist sie noch Jungfrau und das mit fast dreißig Jahren. Sie ist von zornigen Männern umgeben, hat einen„„Lokalausgabe“ von Shulamit Lapid“ weiterlesen

„Das Spiegelhaus“ von Carole Johnstone

Ein düsteres Haus in Edinburgh und zerstrittene Zwillingsschwestern, von denen eine als Erwachsene eines Tages vermisst wird, damit beginnt dieser atmosphärische Psychothriller. Und er führt uns tief in das Reich der Geschichten und der Fantasie, hinter die Spiegel, auf Piratenschiffe, in Zirkusse, Schlosstürme und tiefe Verliese. Cat kehrt aus den USA zurück, als der Ehemann„„Das Spiegelhaus“ von Carole Johnstone“ weiterlesen

„Die Nanny“ von Gilly Macmillan

Schon lange habe ich nicht mehr einen so packenden Psychothriller gelesen!  Gut geschrieben, mit der erforderlichen Prise Britishness und reichlich Suspense, ohne wirklich blutig zu sein. Nun ja, ein Totenschädel taucht auf und Lady Holt ist bald als unausstehliche Schurkin abgestempelt. Aber so einfach ist das alles nicht. Ihre Tochter Jo mitsamt Enkelin kamen ins„„Die Nanny“ von Gilly Macmillan“ weiterlesen

„Tiefes, dunkles Blau“ von Seraina Kobler

Königin der Atmosphäre, das ist sie, die Autorin dieses ersten Bandes einer geplanten Reihe von Zürich-Krimis. Ihr Ton ist persönlich und streckenweise poetisch, Ermittlerin Rosa ist eine vielschichtige Figur und das Thema Fruchtbarkeit wird mit leisen feministisch Untertönen präsentiert. Ja, hier dreht sich alles um Eizellen. Rosa von der Wasserpolizei am Zürichsee lässt ihre Eizellen„„Tiefes, dunkles Blau“ von Seraina Kobler“ weiterlesen

„Thebanischer Tod“ von Amanda Cross

Ich muss sagen, dass ich voller Ungeduld auf diesen dritten Teil der Krimiserie um die Literaturprofessorin Kate Fansler gewartet habe. Doch irgendwie ist es leider für mich der schwächste Fall. Es gibt zwar wieder die intelligenten Anspielungen, Sprachspiele und Dialoge, die das Herz eines jeden Büchernerds höher schlagen lassen. Aber – und das ist ein„„Thebanischer Tod“ von Amanda Cross“ weiterlesen

„Safe House“ von Jo Jakeman

Eskapismus trifft auf Thriller und das Ganze führt zu einem gelungenen Roman, dem ersten, den ich von Jo Jakeman las. Der Titel und der Klappentext sind allerdings etwas irreführend. Ich hatte einen gehetzten Jagdthriller erwartet und wurde belohnt mit der Geschichte einer jungen Frau, die für einen tödlichen Fehler gebüßt hatte und nun versuchte, den„„Safe House“ von Jo Jakeman“ weiterlesen

„Bitte nicht stören“ von Muriel Spark

Bitterbös springt die britische Autorin Muriel Spark (1918-2006) mit ihren Figuren um, unterhaltsam und doch tiefgründig und immer mit einer Prise Sozialkritik. So auch in diesem Anspielungsreichen, kurzen Buch, das im Dienstbotentrakt eines Barons und seiner Ehefrau spielt. Die Angestellten warten ungeduldig darauf, dass in der Schweizer Villa Klopstock eine Tragödie eintritt, vorzugsweise eine tödliche,„„Bitte nicht stören“ von Muriel Spark“ weiterlesen

 „Die tote Lady“ von Daisy Waugh

„Wie immer regnete es und Sir Ecgbert war tot.“  So lautet einer der ersten lakonischen Sätze dieses unterhaltsamen Krimis. Er kommt zwar in nostalgischer Herrenhaus-Manier daher, ist aber überaus modern mit LGBTQ-Figuren versetzt, die sich teilweise nicht für „Cis-Männer“ interessieren oder sich als „nichbinär“ bezeichnen, modernes Beziehungs-Vokabular für Instagram-orientierte Zeitgenossen, die sich plötzlich mit diesem“ „Die tote Lady“ von Daisy Waugh“ weiterlesen

„Liebe deine Nachbarn wie dich selbst“ von Louise Candlish

Horrorshow Nachbarschaft! Hammer, Heavy Metal und Mauerschrott  fliegen einem ab dem ersten Kapitel um die Ohren und vermiesen das gemütliche Leben in Lowland Ways, einem gentrifizierten Wohngebiet des südlichen Londons. Die Bewohner, die neben ihrem sozialen Aufstieg einem Autofreien Sonntag für die Kinder sowie einer Schwanenwache für den Nachwuchs im Park frönen, fühlen sich durch„„Liebe deine Nachbarn wie dich selbst“ von Louise Candlish“ weiterlesen

„Dunkelblum“ von Eva Menasse

Eine satirische, unterhaltsame Farce hat sie geschrieben, die Eva Menasse, die 1989 in einem fiktiven österreichischen Dorf an der ungarischen Grenze spielt und die Grenzöffnungen parallel zu einem Leichenfund und der Suche nach einem Massengrab vom Ende des zweiten Weltkriegs in Szene setzt. „Es ist, als ob die Landschaft, die hier erst noch wie eine„„Dunkelblum“ von Eva Menasse“ weiterlesen

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